Katastrophale zweite Halbzeit kostet Neunburger Handballmädels den Sieg

Niederlagen nerven. Niederlagen ärgern. Niederlagen tun weh. Fast immer. Doch es gibt welche, die mehr nerven, ärgern und weh tun als andere. Das 20:22 (12:8) der Neunburger Handballmädels gegen den ASV Cham am Sonntagnachmittag war so eine Niederlage. Weil es in diesem Jahr auch schon die zweite unnötige Heimniederlage der Pfalzgräflichen war. Und weil es diese Niederlage gegen eine durchaus schlagbare Mannschaft setzte und nicht gegen ein deutlich stärkeres Team.

Trainer Georg Wittmann ärgert die zweite Schlappe dieser Saison vor allem weil sie aus den eigenen Fehlern und Zulänglichkeiten resultierte. „Diese Punkte hätten wir nicht verlieren brauchen, wenn wir uns ein bisschen cleverer, kaltschnäuziger und engagierter angestellt hätten. Die Niederlage nervt. Weil sie vermeidbar war.“ Und vielleicht auch, weil dadurch der Abstand auf den Spitzenreiter auf vier Zähler gewachsen ist und das Mittelfeld wieder zu den Neunburgern aufschließen konnte.

Zu Beginn des Spieles sah es auch nicht nach einer Niederlage aus. Zwar mussten die Neunburger ohne Kreisläuferin Christine Busch und mit zahlreichen kranken und angeschlagen Spieler in die Partie gehen, jedoch konnte man schnell einen 2-Tore-Vorsprung herausspielen (3:1, 4:2, 5:3). Durch eine gute Abwehrleistung und schnell vorgetragene Gegenzüge gelang es den Einheimischen dann auch den Vorsprung auf vier Tore auszubauen (7:3, 8:4). Einige überhastet Abschlüsse und technische Fehler ließen die Gäste dann aber wieder auf zwei Tore herankommen (8:6, 9:7). Im Angriff lief es in dieser Phase bei der Heimsieben rund, während aber die ungewohnte Aufstellung der Neunburger in der Abwehr teilweise zu größeren Abstimmungsproblemen führte. Bis zur Halbzeit gelang es den FClern dann aber doch den Vorsprung wieder auf vier Tore auszubauen und mit 12:8 in die Pause zu gehen. Bis hierher sah es dann auch so aus, als könnte das Heimteam die zwei Punkte in Neunburg behalten.

Nach der Pause mussten die Neunburger Fans dann aber leider ein ganz anderes Spiel sehen. Die Neunburger Defensive zeigte sich überraschenderweise oft orientierungslos und die mangelnde Abstimmung bot den Chamer-Angreiferinnen immer wieder beste Einwurfmöglichkeiten, die diese auch nutzten. Auch in der Abstimmung mit der Torhüterin machte sich die teilweise sehr ungewöhnliche Aufstellung bemerkbar. So mussten die Neunburger mit ansehen, wie die Gäste beim 13:13 das erste Mal ausglichen und dann prompt auch mit 13:14 in Führung gingen. Ab diesem Zeitpunkt liefen die Neunburgerinnen dann auch einem Rückstand hinterher (14:15, 15:16, 16:17, 17:18, 18:19). Alle Versuche von Trainer Wittmann der Abwehr mehr Stabilität zu geben scheiterten. Überhastete Abschlüsse, eine schlechte Absprache in der Abwehr und auch die mangelnden Alternativen auf der Bank ließen die Neunburger dann auch nicht mehr entscheidend herankommen.

Als dann beim Stande von 19:21 die Gäste ihre Auszeit (58. Minute) nahmen, versuchten die Neunburger durch eine offensivere Abwehrformation nochmals das Ruder herumzureißen – leider ohne Erfolg. Cham erhöhte noch auf 19:22 und Neunburg konnte nur noch einmal verkürzen. So mussten die FCler mit 20:22 dann auch ihre zweite Saisonniederlage hinnehmen.

„Heute fehlte uns die gewohnte Stabilität in der Abwehr. Das erste Mal in dieser Saison haben wir über 20 Gegentoren erhalten – bisher waren es im Schnitt 13.“, so der Neunburger Trainer Georg Wittmann. „Krankheits- und berufsbedingt konnten wir in der Spielvorbereitung auch nur eingeschränkt trainieren, dass rächt sich auf Dauer. Die Abstimmungsprobleme in der Defensive müssen wir versuchen in den Wochen über die Weihnachtspause in den Griff zu bekommen, ehe es dann Ende Januar gegen den SV Obertraubling und die SG Regensburg geht.“, Wittmann weiter.

Für Neunburg spielten: Renate Batzl (Tor); Theresa Sadlo, Magdalena Schneider (1), Laura Süß (6/1), Melanie Hanauer (3/1), Christina Schießl, Manuela Hartmann (1), Valentina Meixner (3), Jasmin Kortschak (3), Veronika Bücherl (3).

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